Google steigt 2026 in Smartglasses-Markt zurück
- Basar Seven
- vor 2 Tagen
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Google plant für 2026 den Wiedereinstieg in das Geschäft mit intelligenten Brillen. Das Unternehmen will zwei verschiedene Modelle auf den Markt bringen, die beide auf die [Gemini KI Nutzung](https://blog.google/intl/de-de/unternehmen/technologie/gemini-3-0-launch/) setzen und über eine Smartphone-Verbindung arbeiten. Damit reagiert Google auf den wachsenden Wearables-Markt, in dem Konkurrenten wie Meta mit ihren Ray-Ban-Smartglasses bereits Erfolge verzeichnen.
Die Entwicklung markiert Googles zweiten Anlauf im Bereich der intelligenten Brillen. Nach dem gescheiterten Google-Glass-Projekt von 2013 verfolgt das Unternehmen nun einen grundlegend anderen Ansatz, der auf dezente Integration und praktische Alltagsnutzung abzielt.
Zwei Varianten für unterschiedliche Einsatzzwecke
Die geplanten Smartglasses unterscheiden sich in ihrer technischen Ausstattung erheblich. Das erste Modell verzichtet komplett auf ein Display und konzentriert sich auf Audio-Funktionen. Lautsprecher, Mikrofon und Kamera bilden die Grundausstattung dieser Variante, die Echtzeit-Übersetzungen, Navigationstipps und Fotoaufnahmen ermöglicht. Die Gemini KI Nutzung erfolgt dabei ausschließlich über akustische Rückmeldungen, was die Brille leicht und unauffällig hält.
Die zweite Variante integriert ein [Display direkt in die Gläser](https://9to5google.com/2025/12/08/android-xr-glasses-displays-2026/) und ermöglicht damit visuelle Darstellungen. AR-Overlays, Video-Wiedergabe und App-Projektionen werden direkt im Sichtfeld des Nutzers angezeigt. Beide Modelle arbeiten mit dem [Android-XR-Betriebssystem](https://blog.google/products/android/android-show-xr-edition-updates/) und kommunizieren über eine Verbindung mit dem Smartphone des Nutzers.
Samsung, [Warby Parker und Gentle Monster](https://www.xrtoday.com/augmented-reality/android-xr-smart-glasses-what-to-look-out-for-in-2026/) unterstützen Google als Entwicklungspartner. Die Brillenhersteller sollen für ein Design sorgen, das sich von herkömmlichen Brillen kaum unterscheidet und den Tragekomfort im Alltag gewährleistet. Google investiert bis zu 150 Millionen Dollar in Warby Parker, um die Produktentwicklung voranzutreiben.

Lehren aus dem Google-Glass-Scheitern
Das ursprüngliche Google-Glass-Projekt von 2013 gilt als warnendes Beispiel für zu früh eingeführte Technologie. Die damaligen Brillen waren klobig, teuer und lösten Datenschutzbedenken aus. Nutzer empfanden sie als unausgereift, während die breite Öffentlichkeit das Konzept skeptisch betrachtete.
Google hat diese Erfahrungen in die aktuelle Entwicklung einfließen lassen. Die neuen Modelle sollen sich durch zurückhaltendes Design auszeichnen und keine auffällige Technologie zur Schau stellen. Die [Gemini KI Nutzung erfolgt dezent im Hintergrund](https://www.euronews.com/next/2025/12/05/google-says-gemini-was-its-top-search-term-in-2025-whats-the-hype-behind-its-new-ai-model), ohne die Umgebung auf die Technologie hinzuweisen.
Bedeutung für Unternehmen und Anwender
Für Unternehmen eröffnen sich durch die Smartglasses neue Möglichkeiten der digitalen Assistenz. Basar Keser, Geschäftsführer von Edulitix in Essen, sieht in der Entwicklung einen wichtigen Schritt zur Integration von KI-Systemen in den Arbeitsalltag:
Der Markt für Smartglasses wächst seit zwei Jahren kontinuierlich. Meta hat mit seinen Ray-Ban-Modellen gezeigt, dass Verbraucher intelligente Brillen akzeptieren, wenn Design und Funktionalität stimmen. Der [globale Smartglasses-Markt wuchs im ersten Halbjahr 2025 um 110 Prozent](https://www.heise.de/en/news/Smart-glasses-growth-in-the-first-half-of-2025-is-impressive-10520741.html), wobei Meta einen Marktanteil von 73 Prozent erreichte. Analysten gehen davon aus, dass der Sektor bis 2030 ein Volumen von [über 30 Milliarden Dollar](https://www.businessoffashion.com/articles/technology/the-state-of-fashion-2026-report-smart-glasses-ai-wearables/) erreichen könnte.
Google konkurriert dabei nicht nur mit Meta, sondern auch mit Herstellern wie HTC, Rokid und XREAL, die ebenfalls AR-Brillen entwickeln. Der entscheidende Vorteil liegt in der Integration mit dem Android-Ökosystem und der Gemini-KI-Plattform, die bereits Millionen Nutzer weltweit verwenden. Die [Android-XR-Plattform](https://9to5google.com/2026/01/01/android-xr-glasses-2026/) ermöglicht Entwicklern, Apps für verschiedene Gerätetypen zu erstellen, vom Headset bis zur schlanken Smartglasses.

Integration in das Google-Ökosystem
Ein wesentlicher Vorteil der Google-Smartglasses liegt in der nahtlosen Integration mit bestehenden Google-Diensten. Die [Gemini-KI-Plattform](https://blog.google/intl/de-de/produkte/suchen-entdecken/universelle-ki-agenten-io-2025/) fungiert als universeller Assistent, der Kontext versteht und Aufgaben geräteübergreifend plant. Nutzer können beispielsweise Google Maps für Navigation verwenden, Fotos direkt in Google Photos hochladen oder Termine über Google Calendar verwalten.
Die multimodale Fähigkeit von Gemini ermöglicht es, Text, Bilder, Audio und Video gleichzeitig zu verarbeiten. Dies eröffnet neue Anwendungsszenarien, etwa die [visuelle Suche](https://www.contentmanager.de/nachrichten/google-i-o-2025-diese-ki-updates-kommen-auf-uns-zu/) in Echtzeit oder die Unterstützung bei komplexen Aufgaben durch kontextbezogene Informationen im Sichtfeld.
Ausblick auf die Markteinführung
Konkrete Termine für die Markteinführung hat Google noch nicht genannt. Branchenberichte gehen von einem Launch in der zweiten Jahreshälfte 2026 aus. Die Audio-Variante soll dabei zuerst erscheinen, gefolgt von der Display-Version einige Monate später. Preise wurden ebenfalls nicht kommuniziert, doch Experten erwarten eine Positionierung im mittleren bis gehobenen Preissegment, um die Fehler von Google Glass nicht zu wiederholen.
Die Smartglasses könnten sich als Alternative zu ständig genutzten Smartphones etablieren, wenn sie die versprochenen Funktionen zuverlässig erfüllen. Der [Wearables-Markt insgesamt](https://www.researchnester.com/reports/smart-wearable-devices-market/5935) erreichte 2025 ein Volumen von 150 Milliarden Dollar und soll bis 2035 auf 892 Milliarden Dollar anwachsen. Smartglasses bilden dabei ein wachsendes Segment, das durch Fortschritte in der KI-Technologie und miniaturisierter Hardware neue Impulse erhält.
Ob Google diesmal den richtigen Zeitpunkt und das richtige Konzept gewählt hat, wird sich am Markt zeigen. Die Kombination aus ausgereifter Hardware, leistungsfähiger KI und einem offenen Ökosystem könnte jedoch die Voraussetzungen schaffen, die beim ersten Anlauf noch fehlten.
Weiterführende Informationen:
[Android XR Entwicklerportal](https://blog.google/products/android/android-show-xr-edition-updates/)
[Gemini KI Übersicht](https://blog.google/intl/de-de/unternehmen/technologie/gemini-3-0-launch/)
[Smartglasses Marktanalyse 2025](https://www.businessoffashion.com/articles/technology/the-state-of-fashion-2026-report-smart-glasses-ai-wearables/)


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